Stress

Was ist eigentlich Stress?

Der Begriff Stress ist relativ jung und wurde von Hans Selye geprägt, er hat diesen Begriff aus der Physik (Stress = Druck) entliehen.
Die Stressreaktion, in ihrer ursprünglichsten Form, ist eine überlebenswichtige Reaktion unseres Körpers. Sie sichert(e) im wahrsten Sinne des Wortes unser Überleben. Stress ließ unsere Vorfahren blitzschnell reagieren.

Stellen Sie sich vor, unser Urahn, nennen wir ihn "Neander", liegt dösend, nach dem Essen, an seinem Höhleneingang. Plötzlich raschelt es im Gebüsch. In Sekundenbruchteilen reagiert er und schreckt hoch. Diese Reaktion wird von unserem "Reptiliengehirn" (Stammhirn) ausgelöst. Blitzschnell erfasst Neander die Situation und entscheidet, ob es sich um eine Gefahr, z.B. einen Säbelzahntiger, oder nur einen aufgeschreckten Hasen handelt. Neander's Körper wurde durch die Stressreaktion in Alarmbereitschaft versetzt, wurde leistungsfähiger, stärker, schneller.
Ein Cocktail verschiedener Hormone wurde ausgeschüttet um das zu bewirken. Neander entscheidet in Sekunden, ob er kämpfen muss oder sich wieder entspannen kann, weil es nur ein Hase war. Neander's Körper kehrt wieder in den Normalzustand zurück, Hormone die für die Entspannung zuständig sind werden ausgeschüttet. Er ist wieder in Balance.

Ebenso wie Neander, schütten wir heute in gefährlichen Situationen (Straßenverkehr etc.), diese Hormone aus um unser Leben zu schützen.
Doch auch die Arbeitswelt treibt unseren Körper in Situationen in denen wir Höchstleistungen vollbringen müssen, doch wenn wir uns danach nicht entspannen können und es folgt "Stressspitze" auf "Stressspitze", dann gelingt es unserem Körper nicht mehr die Hormone (vor allem Cortisol) abzubauen. Wenn wir uns nicht mehr entspannen können, verlieren wir sowohl die physische wie auch psychische Balance - wir haben Stress!

Folgen von dauerhaftem Stress können z.B. sein Bluthochdruck, Schlafstörungen, Essstörungen, Muskelverspannungen, bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Meist ist der Höhepunkt dieses Stresses letztlich der "Burnout". Doch wer ausbrennt, muss vorher für etwas gebrannt haben. Für seine Arbeit, seine Familie, seine Freunde, den Verein, etc. zu brennen ist sicherlich eine wunderbare Eigenschaft, doch nur dann, wenn wir uns selbst dabei nicht vergessen, Ruhepause einlegen, gut zu uns selbst sind, achtsam mit unserem Körper und unseren Ressourcen umgehen.